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2. Oktober 2025

VIRO und SAMOCCA beteiligen sich erneut am bundesweiten Aktionstag „Schichtwechsel“

Wenn es darum geht, Teilhabe am Arbeitsleben in Deutschland zu organisieren, kommt Werkstätten für Menschen mit Behinderung eine zentrale Rolle zu. Sie bieten Rehabilitation durch arbeitsmarktnahe, wertschöpfende Tätigkeiten für Menschen mit Unterstützungsbedarf. Von der Arbeit in Werkstätten haben die meisten Menschen aber nur eine sehr grobe Vorstellung. Beim Aktionstag „Schichtwechsel“ der Bundesarbeitsgemeinschaft der Werkstätten für Menschen mit Behinderung können Mitarbeitende aus Unternehmen daher selbst an den Arbeitsprozessen in den Werkstätten mitwirken und neben den vielseitigen Dienstleistungen und Produkten auch die Arbeit mit Menschen mit Behinderungen kennenlernen. Beschäftigte der Werkstätten wiederum sammeln im Rahmen des Schichtwechsels Eindrücke in Berufsfeldern des allgemeinen Arbeitsmarkts.

Bereits zum zweiten Mal beteiligten sich beim diesjährigen Aktionstag am 25. September 2025 das internationale Ingenieurbüro VIRO und die inklusive Kaffeerösterei SAMOCCA der Samariterstiftung, Behindertenhilfe Ostalb. Zustande kam diese Kooperation erstmalig im vergangenen Jahr, da VIRO bereits seit vielen Jahren den Kaffee von SAMOCCA bezieht und damit die Arbeit von Menschen mit Behinderung unterstützt.

Ausgehend von der 2003 in Aalen gegründeten inklusiven Kaffeerösterei SAMOCCA sind im Laufe der Jahre unter dem gemeinsamen Dach der „Genussmanufaktur SAMOCCA“ unter anderem mehrere Arbeitsgruppen zur Lebensmittelproduktion, Onlineshops für gewerbliche und private Kunden sowie eine Chocolaterie entstanden. Diese vielfältigen Projekte teilen sich das Ziel, hochwertige Produkte zu schaffen und gleichzeitig inklusive Arbeitsplätze für Menschen mit Beeinträchtigungen anzubieten, die die Teammitglieder durch individuelle Förderung und abwechslungsreiche Arbeitsinhalte bestmöglich unterstützen. Neben den in der Region weithin bekannten SAMOCCAs in Aalen und Heidenheim sind die Ostalb-Werkstätten auch Franchisegeber für acht weitere SAMOCCAs in ganz Deutschland; vier weitere befinden sich derzeit in der Planung bzw. im Bau.

VIRO besucht die SAMOCCA Arbeitsgruppe in Heidenheim

Dieses Jahr ging es für vier VIRO-Mitarbeitende für einen halben Tag in die SAMOCCA Arbeitsgruppe in Heidenheim. Die Hospitant:innen Victoria Jakobs, Ruben Sonnentag, Martijn de Vrijer und Christian Brenner wurden von Produktmanagerin Sabine Eberhard durch die Räumlichkeiten geführt und erhielten spannende Einblicke in die tägliche Arbeit der inklusiven Manufaktur.

Nach der Führung hieß es: Ärmel hochkrempeln und mit anpacken. In zwei Teams aufgeteilt, widmeten sich die VIRO-Gäste unterschiedlichen Aufgabenbereichen. Das erste Team tauchte ein in die Welt der Manti – einer gefüllten Teigspezialität, die in der Werkstatt in beeindruckender Menge produziert wird. Bis zu drei Kilogramm Manti entstehen dort an einem Vormittag. Die Zubereitung verlangt Präzision: Teig wird zugeschnitten, mit Eigelb bestrichen, gefüllt, gefaltet und anschließend gekocht. Nach dem Abkühlen werden die Manti eingefroren. So sind sie für die Gäste in den SAMOCCA Cafés in wenigen Minuten servierfertig.

Das zweite Team wagte sich an die Herstellung von Schokolade – ein Bereich, in dem SAMOCCA jährlich rund 1,2 Tonnen produziert, vor allem in der Hochsaison zwischen Oktober und Weihnachten. Hier zählt jedes Detail: Die richtige Temperierung der Schokolade sowie konstante Raumtemperatur und Luftfeuchtigkeit sind entscheidend für ein perfektes Ergebnis. Eine sogenannte „Messerprobe“ gibt Aufschluss über die Qualität: Schlieren oder Pünktchen signalisieren, dass die Temperatur noch nicht stimmt. Erst wenn die Schokolade beim Herauslösen knackig bricht, ist sie bereit für die Weiterverarbeitung. Nach erfolgreicher Qualitätskontrolle wurden zunächst Knusperherzen gefertigt. Anschließend durften die VIRO-Mitarbeitenden ihre eigene Tafel Schokolade kreieren – individuell verziert mit Toppings, die nur einmal jährlich geerntet werden und daher besonders sorgfältig gelagert werden müssen.

Der Besuch in der SAMOCCA Werkstatt war für die Mitarbeitenden von VIRO nicht nur eine praktische Erfahrung, sondern auch ein wertvoller Einblick in die inklusive Arbeitswelt. Mit viel Engagement und Neugier meisterten sie die Herausforderungen und nahmen neue Perspektiven mit zurück in ihren Berufsalltag.

Die „SAMOCCANER:innen“ lernen bei VIRO den Beruf des Ingenieurs kennen

Am darauffolgenden Tag erfolgte der Gegenbesuch bei VIRO. Am VIRO-Standort in Aalen im iLive Tower lernten einige „SAMOCCANER:innen“ den Arbeitsalltag der dortigen Ingenieur:innen kennen. Zu Beginn gab es eine interaktive Unternehmenspräsentation von Christian Brenner, Junior Engineer bei VIRO, in der er die Tätigkeitsfelder von VIRO vorstellte und den Menschen aus dem SAMOCCA anschaulich machte, was genau die Ingenieurinnen und Ingenieure bei VIRO tun. Nach einer kurzen Pause am Kickertisch ging es mit einer Einführung in ein sogenanntes ComputerAidedDesign (CAD)-Programm weiter, denn die Hospitant:innen sollten selbst aktiv werden und ihre eigenen Stiftehalter, Würfel oder Kartenhalter konstruieren. In einer 1-zu-1-Betreuung wurde gemeinsam konstruiert. Dank eines 3D-Druckers konnten die Ergebnisse direkt vor Ort produziert werden.

Beide Seiten ziehen auch in diesem Jahr wieder ein durchweg positives Feedback zum Aktionstag „Schichtwechsel“. Victoria Jakobs, zuständig für Marketing & Communication bei VIRO Deutschland, fasst zusammen: „Wir haben großartige Menschen bei SAMOCCA kennengelernt und können immer wieder voneinander lernen. Umso schöner ist es, dass die Arbeit dieser Menschen unterstützt werden kann, beispielsweise durch den Kauf der leckeren Schokolade.“

SAMOCCA Produktmanagerin Sabine Eberhard ergänzt: „Die für unsere Arbeit gezeigte Wertschätzung, aber auch der außergewöhnliche Einblick in die Arbeit von VIRO und der partnerschaftliche Umgang miteinander machten die beiden Tage zu einer großen Bereicherung, von der unsere Teammitglieder sicher noch lange erzählen werden. Alle Teilnehmenden sind sich einig: Am liebsten möchten sie nächstes Jahr erneut zu VIRO!“

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