Bisherige Nächster
Hero image - Zware voertuigen shutterstock 53711605 1500x1000 BEW
the performance of technology
Background Image Viro Group
Automobilindustrie
Wasserstoff
Product Engineering
Maschinenbau
projekt

Viele Möglichkeiten für CO₂-neutralen Kraftstoff

Elektrisch oder mit Wasserstoff fahren – das ist mittlerweile fast selbstverständlich. Aber wie steht es mit Ammoniak? Oder zum Beispiel mit Methanol?

Robin Huijerjans kam 2022 als Student zu VIRO. Seine Aufgabe: einen Fahrzeugtank für Ammoniak zu entwickeln. Diese Aufgabe konnte reibungslos erledigt werden – ein Standardtank für Flüssiggas erwies sich bereits als ausreichend. Daraufhin wurde sein Auftrag verlängert. Robin begann, die Einsatzmöglichkeiten von Ammoniak als Kraftstoff für Lastwagen zu erforschen. „Diese legen oft lange Strecken zurück. Wenn man kein CO₂ ausstoßen will, sind die Reichweiten von Wasserstoff- und Elektrofahrzeugen viel zu gering – im Durchschnitt zwischen 300 und 600 Kilometern. Ein vergleichbarer Diesel-Lkw hat eine Reichweite von etwa 1.600 Kilometern. Meine Recherchen haben ergeben, dass ein auf Ammoniak umgerüsteter Verbrennungsmotor dazwischen liegt – bei rund 1.000 Kilometern. Das ist deutlich besser als bei Elektro- und Wasserstofffahrzeugen.“

Blick über den Tellerrand
Mit seiner Abschlussarbeit gewann Robin im Jahr 2022 den ACE (Automotive Centre of Expertise) Student Award. Doch wie ist der Stand im Jahr 2024? „Zwischen damals und heute haben mehrere Praktikantinnen und Praktikanten meine Forschung fortgesetzt. Einige konzentrierten sich mehr auf Verbrennungsmotoren, andere auf Brennstoffzellen. Unterm Strich lässt sich aus allen Untersuchungen schließen, dass Ammoniak ein äußerst interessanter Kraftstoff ist. Neben Ammoniak untersuchen die Praktikanten auch weitere Optionen wie beispielsweise die Verwendung von Methanol. Es gibt viele Möglichkeiten für CO₂-neutrale Kraftstoffe. Erst vor kurzem haben wir begonnen, neue Richtungen zu erforschen. Noch ist es zu früh, um dazu belastbare Aussagen zu treffen. Momentan konzentrieren wir uns vor allem auf duale Kraftstoffe. Wir gehen davon aus, dass wir damit einen schnelleren Markteintritt erzielen werden.

Gemeinsam zukunftsorientiert
Der Fahrzeugmarkt verfolgt die Entwicklungen in Echt mit wachsendem Interesse. VIRO hat bereits mehrere gut besuchte Informationstage rund um das Thema Transformation organisiert – unter anderem in Zusammenarbeit mit dem Limburger Landwirtschafts- und Gartenbauverband (LLTB). „Die Landwirte haben einen Überschuss an Ammoniak. Könnte man diesen nicht auffangen, aufbereiten und anschließend als Kraftstoff für Fahrzeuge nutzen? Auch in diese Richtung denken wir“, sagt Robin. „Außerdem arbeiten wir mit verschiedenen Forschungsgruppen und Start-ups auf dem Brightland-Campus in Chemelot zusammen. Unsere Forschung zum Einsatz von Ammoniak in Fahrzeugen lässt sich derzeit nicht wesentlich weiter vertiefen. Zunächst liegt es nun an den Herstellern, geeignete Motoren zu entwickeln. Anschließend können wir unser Know-how wieder einbringen.”