Im Rotterdamer Europoort errichtet Xycle eine chemische Recyclinganlage für Kunststoffe, die bislang meist verbrannt, deponiert oder unkontrolliert in die Umwelt abgegeben werden. Die neue Anlage wird künftig pro Jahr rund 21.000 Tonnen Kunststoffabfälle in hochwertige Rohstoffe für die chemische Industrie umwandeln.
Dank der bewährten Pyrolysetechnologie verursacht der Prozess von Xycle deutlich weniger CO₂-Emissionen als eine herkömmliche Verbrennung. „Wir haben ein Ingenieurbüro gesucht, das uns bei der Skalierung unserer Technologie und der (teilweisen) Konstruktion der Anlage tatkräftig unterstützen kann – und fanden es bei VIRO.“
Die Konstruktion der ersten Xycle-Anlage Europas ist in die Bereiche Bauwesen, Elektrotechnik und Instrumentierung (E&I) sowie Rohrleitungsbau und Maschinenbau (ME) gegliedert.
Wir sprechen mit Job Buijze und Luuk Straatman, die als Bereichsleiter bzw. Projektingenieur für den Bereich Rohrleitungsbau und Maschinenbau verantwortlich sind.
Die von Xycle eingesetzte Technologie basiert auf einem erprobten Konzept der indischen Firma PATPERT TEKNOW SYSTEMS. „In Indien sind bereits über zwanzig dieser Pyrolyseanlagen in Betrieb. Vor vier Jahren ließen wir eine Testanlage in einem Container bauen. Damit starteten wir in Moerdijk den Betrieb, um zu zeigen, dass dieses Verfahren auch im kleinen Maßstab funktioniert.“
Nach dem erfolgreichen Einsatz in Indien konnte das Verfahren auch im Hafengebiet von Brabant überzeugen. Dies zog namhafte Investoren wie Dow, ING, Invest-NL und Vopak an. Polestar Capital gewährte zudem einen Kredit.
„Jetzt können wir die Technologie ernsthaft skalieren. Die Anlage im Europoort ist die erste in Europa, doch unsere Anteilseigner suchen bereits nach weiteren geeigneten Standorten in anderen Ländern.“
Die chemische Recyclingtechnologie von Xycle nutzt die Niedertemperaturpyrolyse, um Kunststoffabfälle zu Pyrolyseöl zu zersetzen. Dieses Öl wird anschließend als Rohstoff für die Herstellung von neuem, zirkulärem Kunststoff verwendet. Im ersten Schritt werden nicht verarbeitbare Elemente aus den Kunststoffen entfernt. Anschließend wird der gereinigte Kunststoff zu Granulat verarbeitet und durchläuft den Pyrolyseprozess: „Dafür verfügen wir über zehn Pyrolyseanlagen. In diesen Reaktoren verdampfen wir das Granulat und kondensieren anschließend das freigesetzte Gas. Am Ende des Prozesses trennen wir die verwertbaren Kreislaufströme: Öl und Gas.“
Die Konstruktion der Anlage in Rotterdam erforderte viel Flexibilität und Improvisationstalent. Die bewährte Technologie des Versuchsaufbaus musste auf Fabrikniveau skaliert werden, und die Technik aus Indien musste den europäischen Gesetzen und Vorschriften entsprechen. Nicht zuletzt mussten die theoretischen Ausgangspunkte an die praktischen Anforderungen angepasst werden. Das Design wurde deshalb regelmäßig überarbeitet: „Anfangs suchten wir nur einen 3D-Modellierer, um unser bestehendes 3D-Modell zu verbessern, da es unseren praktischen Anforderungen nicht entsprach. VIRO reagierte schnell auf unsere Anfrage und es passte einfach.”

Das 3D-Modell der Anlage basiert hauptsächlich auf den Rohrleitungen, für die VIRO bereits kurz nach der ersten Besprechung die Belastungsberechnungen durchgeführt hat. „Das 3D-Modell enthält zum Beispiel auch die Stahlkonstruktion, die von Civiel geliefert wurde. Andere Komponenten, wie das DeNOx-System und der Brenner, wurden von den Zulieferern fertiggestellt und von uns in das 3D-Modell integriert. Darauf konnten wir dann weiter aufbauen. Kurz gesagt: Wir haben immer wieder neue Elemente eingefügt und die Konstruktion der Anlage an den Fortschritt in der Praxis angepasst.“
Die Rohrleitungs- und Maschinenbaukonstruktion sowie die Gesamtkonstruktion der Anlage mussten kontinuierlich auf eingehende Entwürfe und Hardware von Civiel, E&I und Zulieferern reagieren.
In diesem technologischen Umfeld war VIRO eine hilfreiche rechte Hand für Job und Luuk: „Es ist ideal, dass VIRO nicht nur im Maschinenbau und bei den Rohrleitungs- und Spannungsberechnungen versiert ist, sondern auch in allen anderen Disziplinen des Ingenieurwesens, darunter E&I sowie Konstruktion und Bauwesen. Sie arbeiteten flexibel mit, passten sichsofort an, wo es nötig war, und die Kommunikation verlief schnell und unkompliziert. Außerdem sind sie nette und gastfreundliche Menschen.“
Für dieses Projekt konnte VIRO die gesamte Anlagenplanung erfolgreich abschließen. Wir haben ein ein detailliertes 3D-Modell der Fabrik erstellt, lieferten die Fertigungszeichnungen unter anderem für die Rohrleitungen, Stahlkonstruktionen und den allgemeinen Grundriss und stellten Berechnungen und Metadaten unter anderem für die Genehmigungsverfahren bereit.
„Wir sind sehr zufrieden mit der Zusammenarbeit mit VIRO; Ende 2026 soll die Fabrik in Betrieb gehen.“
Vielen Dank an Xycle.